Die Salonlöwin liest
Was gibt es Schöneres, als mit Katze auf dem Schoß ein Buch zu lesen? Mit Katze auf dem Schoß ein Katzenbuch zu lesen! Dieses Glück möchte ich im Salonlöwin-Blog ab sofort teilen. Schließlich trifft es sich doppelt gut, dass ich nicht nur viel lese, sondern auch darüber schreibe. Zum Beispiel für die Wochenzeitung Falter. Dort rezensiere ich Bücher zu den Themen Gesellschaftspolitik, Feminismus und dem Zusammenleben von Menschen und (anderen) Tieren. Bücher, die gut in einen Katzenhaushalt passen, werde ich in Zukunft auch hier vorstellen. Also Katze auf den Schoß einladen und lesen!
Therapeutische Behandlung: Schnurren
Launisch, egozentrisch und schwerbewaffnet: Würden Sie diesem Doktor vertrauen? Bei aller Faszination zeigen die Eigenschaften, die Menschen Katzen häufig zuschreiben, diese eher als Psychopathinnen im Pelz denn als Therapeutinnen auf samtenen Pfoten. Zu Unrecht, wie die Autorinnen und Psychotherapeutinnen Renate Deimel, Karin Hediger und Roswitha Zink in ihrem Buch klarstellen: „An der Seite von Katzen lässt sich herrlich über die eigenen Ängste hinauswachsen.“
Denn Katzen sind zugleich sogenannte Raubtiere und kleine Fluchttiere. Die meisten kuscheln gern und brauchen doch Distanz. Diese Ambivalenz steckt in uns allen. Kombiniert mit ihren feinen Sinnen macht das Katzen zu Expertinnen in der tiergestützten Therapie. Während ein Arzt fragt: “Wie geht es heute?”, schnüffelt “Dr. Katze” und weiß, wofür dem Patienten selbst vielleicht die Worte fehlen.
Wie die Therapiebegleitkater Fuchur und Jonathan mit unwiderstehlichen Angeboten auch traumatisierte Kinder und trauernde Eltern erreichen, zeigen Fallbeispiele aus dem Wiener Lichtblickhof. In dem Kinderhospiz arbeiten Zink und Deimel nicht nur mit Hunden und Pferden, sondern seit 15 Jahren auch mit Katzen.
Ob und wie der Kontakt mit Katzen Menschen gesünder macht, dazu wird erst in letzter Zeit geforscht. Die Autorinnen zitieren aus Studien und verknüpfen die Evidenz mit berührenden Geschichten. Darunter jene von Paul: Nach einem Unfall beginnt der Bub erst durch Kater Jonathan und dessen Sprachbuttons wieder, sich mitzuteilen. Der Kater kann mit mehr als sechzig solcher Knöpfe per Pfotendruck gezielt Wörter abspielen. Wie Mensch-Katze-Teams sich diese Art der Kommunikation aneignen, füllt ein eigenes Kapitel.
Schon deshalb ist das Buch nicht nur für jene wertvoll, die tiergestützte Therapie anbieten oder nutzen (wollen). Vielmehr schenkt es Anregungen für alle, die mit Katzen leben. Und es zeigt, wie ein respektvolles, heilsames Miteinander über Artgrenzen hinweg funktioniert.
Dr. Katze. Therapie auf samtenen Pfoten. Von Renate Deimel, Karin Hediger und Roswitha Zink. Salzburg – Wien 2025.
Zum Weiterlesen
Text, Verlagsinfos und Bestellmöglichkeit https://shop.falter.at/detail/9783711003454/dr-katze
Fuchur und Jonathan arbeiten mit den Autorinnen Roswitha Zink und Renate Deimel im Kinderhospiz Lichtblickhof www.lichtblickhof.at